Kinderzahnheilkunde

Kinderzahnheilkunde

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Der erste Zahnarztbesuch

Kinderärzte empfehlen, mit dem Kind ab dem dritten Lebensjahr regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. Leider haben ca. 15% der Kleinkinder in Deutschland bereits vor ihrem dritten Geburtstag kariöse Zähne. Wir empfehlen daher den ersten Zahnarztbesuch schon ab dem ersten Zahn, spätestens zum ersten Geburtstag. So kann sich Ihr Kind auch langsam an die Zahnarztpraxis gewöhnen. Bei den ersten Besuchen geben wir Ihnen nützliche Tipps und zeigen Ihnen, wie Sie die Mundgesundheit Ihres Kindes optimieren können. Ihre Fragen zu den Themen Schnuller, Flasche, Anwendung von Fluoriden, Zahnfehlstellungen und Ernährung können wir so rechtzeitig beantworten.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Durch regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bauen wir zu Ihrem Kind eine vertrauensvolle Beziehung auf und erkennen auftretende Probleme frühzeitig. So werden Folgebehandlungen wesentlich erleichtert. Vermeiden Sie beruhigend gemeinte Formulierungen wie „Du brauchst keine Angst zu haben, es tut bestimmt nicht weh.“ Falls Ihr Kind fragt, ob eine Zahnbehandlung weh tut, ist es viel geschickter zu antworten, dass die meisten Kinder sagen, es würde kitzeln.

Trotz aller Vorbereitungen ist ein Zahnarztbesuch für Ihr Kind neu und ungewohnt. Deshalb ist es ratsam, wenn das Behandlungsteam schrittweise vorgeht, um Ihr Kind behutsam in die Behandlungssituation einzuführen. Haben Sie bitte Geduld, auch wenn sich eine Behandlung einmal über mehrere Sitzungen erstrecken sollte.

Ab welchem Alter sollte mein Kind die Zähne putzen?

Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist (Schneidezahn 6.–8. Monat), sollten Sie mit dem Zähneputzen beginnen. Auch sehr kleine Kinder nehmen Zuckerarten zu sich, die zu Karies führen können: z.B. enthält selbst Muttermilch Milchzucker; Kinderbreie sind bisweilen mit Fruchtzucker (=Fructose) versetzt und kleben an den Zähnen; Kinder trinken häufig Saft oder Saftschorlen, der/die natürlichen Zucker enthalten Sie nehmen sogenannte „Kinderprodukte“ zu sich. Bitte bedenken Sie, dass auch Kinderschokoladen, Kinderjoghurts usw. Zucker enthalten können. Zudem akzeptieren Kinder das Zähneputzen besser, wenn Sie sich in ganz jungen Jahren daran gewöhnen.

Sind nur die Milchfrontzähne durchgebrochen (6.–12. Monat), putzen Sie bitte 1 Minute 1–2x täglich. Sobald der erste Backenzahn durchgebrochen ist (ca. ab dem 12. Monat), müssen Sie zweimal täglich putzen, da in den Fissuren der Backenzähne leicht Nahrungsreste hängen bleiben und Karies entstehen kann. Ab dem vollständigen Milchgebiss (=20 Zähne) ist 2x täglich 2 Minuten Zähneputzen Pflicht!

Bis Kinder gut Schreiben können, müssen Sie als Mama oder Papa die Hauptputzarbeit leisten bzw. nachputzen! Erst wenn die Schrift rund und schön ist, ist die Motorik der Hand ausgeprägt genug, um alle „Ecken und Kanten“ der Zähne wirklich sauber zu putzen. Das ist in der Regel erst im Alter von ca. 8 Jahren.

Mein Kind will aber nicht Zähneputzen!

Zähneputzen ist nicht einfach, weder für Ihr Kind noch für Sie. Massieren Sie bitte bereits vor dem Durchbruch der ersten Zähnchen regelmäßig den Kieferkamm spielerisch und sanft mit einer weichen Kinderzahnbürste. Fangen Sie spätestens mit dem ersten Zahn das Zähneputzen an. So gewöhnt sich Ihr Kind leichter und schneller an die Zahnbürste. Es ist auch sehr wichtig, dass Sie konsequent sind, sonst wird es immer mehr Ausnahmen vom Zähneputzen geben. Bitte bedenken Sie, dass Ihr Kind die/der Leittragende sein wird, wenn die Mundhygiene nicht gut ist und Löcher entstehen. Kinder mit zwei, drei Jahren können noch nicht einschätzen, welcher Schaden auf sie zu kommt, wenn sie sich nicht die Zähne putzen lassen. Hier müssen Sie als Mama und Papa Ihren Liebling zu ihrem/seinem Glück bringen.

Welche Zahnbürste sollte mein Kind verwenden?

Bitte kaufen Sie Ihrem Kind eine weiche Kinderzahnbürste und tauschen sie aus, wenn die Borsten anfangen schräg abzustehen. Anfangs werden Sie viele Zahnbürsten brauchen, da Kinder häufig mehr auf den Bürsten herumkauen als sich damit Zähne putzen zu lassen. Für Babys eignen sich auch Fingerhütchen mit Kunststoff–Borstenfeld.

Eine elektrische Kinderzahnbürste kann Ihr Kind ab 2,5 bis drei Jahren verwenden. Die meisten Hersteller haben Ihre Kinderzahnbürsten in Altersgruppen unterteilt, die sich in der Größe des Borstenfelds und der Länge und Dicke des Griffs unterscheiden. Bitte halten Sie sich an diese Einteilung.

Welche Zahnpasta soll ich benutzen?

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn–, Mund– und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt Kinderzahnpasta mit Fluorid. Diese enthält 500 ppm Fluorid. Diese Zahl finden Sie auf der Zahnpastatube. Sollte mehr als 500 ppm Fluorid enthalten sein, ist die Zahnpasta erst ab dem Alter von ca. 6 Jahren empfehlenswert.

Fluoridtabletten sind dann nach momentanen Studien nicht mehr nötig. Tragen Sie eine kleine Menge (erbsengroß) Zahnpasta mittig auf die Zahnbürste auf. Es macht nichts, wenn Ihr Kind etwas Zahnpasta „isst“ oder noch nicht ausspucken kann, da die Fluoridmenge die verschluckt wird, sehr gering ist.

Zahn ausgeschlagen – Was tun?

Kinder toben gern und können Gefahrensituationen oft nicht richtig einschätzen. So passieren vor allem durch Unachtsamkeit, Fehleinschätzung und Unbedacht immer wieder Unfälle, bei denen Zähne verletzt werden. Am häufigsten sind die oberen Schneidezähne betroffen. Laut Statistik erleidet jedes dritte bis vierte Kind bis zu seinem 16. Lebensjahr einen Zahnunfall – meist zuhause, beim Sport oder auf Spielplätzen.

Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen, kann die Unfallgefahr vermindert werden. Oftmals reicht es schon aus, mit dem Kind über mögliche Gefahrensituationen zu sprechen und richtige Verhaltensweisen einzuüben. Wer außerdem beim Sport auf eine gute Ausrüstung seines Kindes achtet, hat schon viel zur Unfallverhütung beigetragen. übrigens: Kinder, die sich viel bewegen, laufen weniger Gefahr, sich zu verletzen! Ist dennoch ein Unfall passiert, können Sie durch richtiges Verhalten den Schaden deutlich reduzieren. Bleibende Zähne können sehr oft gerettet werden!

Wie gehen Sie vor?

1. Bewahren Sie Ruhe und handeln Sie überlegt
2. Bei starker Blutung auf Gaze oder Stofftaschentuch beißen, äußerlich kühlen
3. Je nach Zahnverletzung

a. Zahn stark gelockert oder verschoben:
Situation belassen und nicht am Zahn manipulieren. Nur vorsichtig zusammen beißen.

b. Zahn abgebrochen oder ausgeschlagen:
Suchen Sie unbedingt den Zahn und fassen Sie nur die Zahnkrone, jedoch nicht die Zahnwurzel an. Niemals den Zahn reinigen, auch wenn er verschmutzt ist! Zahn so schnell wie möglich (innerhalb von 20 Minuten!) feucht lagern, am besten in einer speziellen Rettungsbox (SOS Zahnrettungsbox©, oder Dentosafe© über Apotheke erhältlich).

Die Gewebe auf der Zahnwurzel dürfen nicht austrocknen!

Alternativen wie gekühlte fettarme H–Milch (Sterilmilch) oder isotone Kochsalzlösung (Arzt/Apotheke, nicht selbst mischen) sind nur für eine sehr kurze Zeit verwendbar und es ist mit schlechteren Heilungsergebnissen zu rechnen.

4. Möglichst rasch Zahnarzt oder Zahnklinik aufsuchen
Je schneller der Zahn wieder eingesetzt wird, desto höher ist die Chance, dass dieser wieder anwächst! Sind Milchzähne herausgeschlagen, werden sie nicht zurück in das Zahnfach gesetzt, da die Gefahr zu groß ist, den darunter liegenden bleibenden Zahn zu schädigen. Bitte suchen Sie auch bei einem Trauma im Milchgebiss Ihren Zahnarzt auf.

Vorzeitiger Milchzahnverlust

Früh verloren gegangene Milchzähne in der Front werden in der Regel nicht ersetzt. Zur Unterstützung der Sprachentwicklung oder aus psychologischen Gründen (wenn ein Kind sich für die Frontzahnlücke schämt oder deswegen gehänselt wird) kann eine Frontzahnprothese angefertigt werden. Wenn Seitenzähne vorzeitig entfernt werden müssen, ist es manchmal sinnvoll einen Platzhaltern einzusetzen. Dieser soll verhindern, dass sich die Lücke verengt und der bleibende Zahn im Durchbruch behindert wird. Platzhalter gibt es herausnehmbar und festsitzend.

Date

3. März 2016

Category

Leistungen