Was taugen eigentlich vollautomatische Zahnbürsten?

 

Zähne putzen ist anstrengend und bereitet den meisten Menschen wenig Freude. Bei der Zahnzwischenraumpflege haben zudem Viele große Schwierigkeiten. Einige sind aufgrund ihres Alters oder körperlicher Einschränkungen vielleicht auch gar nicht in der Lage zu einer ausreichenden Mundhygiene.

Wäre es da nicht schön einen Teil dieser schwierigen Aufgabe komplett abzugeben? Mit diesem Versprechen verkaufen seit einiger Zeit Firmen Zahnbürsten, welche mehr oder weniger ein ähnliches Konzept verfolgen: Alle Zähne sollen gleichzeitig und innerhalb von kürzester Zeit vollautomatisch gereinigt werden. Dabei haben diese Geräte eine Form die einem Abdrucklöffel aus der Zahnarztpraxis sehr ähnlich kommt. In diesem Löffel stecken nun für alle Zähne Borsten, welche durch ein Handstück in Schwingung gebracht werden sollen.

Zahnarzt Jonas Buchholz hat für Sie den ersten und wahrscheinlich am weit verbreitetsten Hersteller Amabrush getestet. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Gerät ist leider gänzlich untauglich.

Nicht alles, was glänzt, ist Gold

Eine schöne Verpackung, in dem gut und gerne auch ein Tablet stecken könnte und viel Zubehör machen im ersten Moment einen guten Eindruck. Das Gerät als solches fühlt sich jedoch eher billig an und ist nicht besonders gut verarbeitet. Vor allem stören wir uns an dem Design des Mundstücks. An diesem sind zur Reinigung keine dünnen Borsten, wie wir sie von herkömmlichen Zahnbürsten kennen, sondern im Vergleich sehr dicke aus Silikon. Im innen gelegenen Raum für die Frontzähne finden sich zudem gerade einmal 2 Reihen von “Borsten”, sodass hier eine vernünftige Reinigung schon praktisch ausgeschlossen ist.

Amabrush verspricht zusätzlich zur Reinigung, dass auch die Zahnpasta über eine Kapsel am Handstück im Mundstück verteilt wird: ein wirklich vollautomatisches Zähneputzen also. Leider tritt auch nach mehrfachen Pumpen an unserem Mundstück nur an einer der vorgesehenen Stellen Zahnpasta aus.

Test der Funktion

Kommen wir zur eigentlichen Funktion. Eine Zahnbürste soll schließlich hauptsächlich eines: die Zähne reinigen.

Durch Zubeißen sollen sich die Borsten an die Zähne anlegen. Dies funktioniert schlecht, was aber auch an dem oben beschriebenen fehlerhaften Borstendesign liegen kann. Zugleich wird das Mundstück durch das Zubeißen fixiert, sodass die ohnehin schon extrem schwache Vibration des Handstücks keinerlei Bewegung in die Borsten bringt. Beißt man nicht zu, erfolgt keine Adaption und das Ergebnis bleibt das gleiche. Es erfolgt keine Reinigung. Sollte man auf die Idee kommen, die Amabrush entgegen ihrer ursprünglichen Handhabung wie eine normale Zahnbürste zu bewegen und mit den Gummiborsten zu reinigen, stellt sich heraus, dass diese – wie zu erwarten – selbst dafür nicht geeignet sind.

Fazit

Ursprünglich wurde die Amabrush als Zahnbürste für alle angepriesen. Nach ersten Auslieferungen und Berichten ist sie nur noch für Menschen die sonst gar nicht putzen oder „für zwischendurch“. Selbst eine 10-sekündige Reinigung (Standardzeit für die Benutzung der Amabrush) mit einer normalen Handzahnbürste erzielt jedoch ein deutlich besseres Ergebnis (Wir empfehlen natürlich mindestens 2 Minuten).

Andere Anbieter machen einige Dinge besser (z.B. normale Nylonborsten), jedoch ist keines der Konzepte ausgereift und zu empfehlen.

Eins steht fest: Unseren Traum der perfekten Zahnreinigung auf Knopfdruck müssen wir wohl oder übel erstmal begraben müssen.

Budde und Mattsson – Ihr Zahnarzt in Hamm

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